Grand Finals Al Ain 2011
Im Land von 1001 Nacht ohne Fortüne
In der Wüste von Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate), genauer gesagt auf dem Al Ain Raceway standen die ROTAX MAX Grand Finals 2011 auf dem Programm. Gut 150 Kilometer entfernt von den Metropolen Abu Dhabi und Dubai wurden vom 19. bis 26. November 2011 über 260 Teilnehmer aus rund 60 Nationen auf dem Al Ain Raceway erwartet. Für Deutschland war Maxi Fleischmann als bester Deutscher DD2 Fahrer mit seiner dritten Teilnahme bei einer ROTAX-Weltmeisterschaft, auch im Land von Tausendundeiner Nacht wieder einmal mit dabei.
In Al Ain gab es neben den Top-Piloten anderer Nationen jedoch noch zwei weitere Gegner für Maxi - und die hießen diesmal Glück und Sand! „Ohne Glück kann man eben kein Rennen gewinnen“, resümierte ein zwar enttäuschter Maxi Fleischmann sein Ausscheiden im Finale, allerdings mit der inneren Zufriedenheit, bei gleichem Material vom Speed her mit der Weltspitze sauber mithalten zu können. Für die sandigen Verhältnisse und unberechenbaren Windhosen die alle Teilnehmer auf eine harte Probe stellten, bewiesen er und sein Team allerdings ein sehr gutes Händchen. In der heißen Mittagssonne Al Ains wurden bereits kurz nach der Anreise die funkellnagelneuen Einheitskarts von CRG mit ihren jungfräulichen ROTAX Motoren verlost und sofort danach bei den ersten Testfahrten optimal für seine DD2-Klasse abgestimmt. Nach sensationellen freien Trainingsrunden mit einem 3.Platz und 5. Platz unterstrich der Gymnasiast sofort seine Ansprüche mit einem ausgezeichneten 11. Platz im Zeitrennen.
In den TOP TEN der Welt unterwegs:
In den beiden Vorläufen (Heats) am nächsten Tag, etablierte sich Fleischmann als Fünfter und Neunter zweimal spielerisch in den Top Ten. Bereits im Warum Up an diesem Tag, machte er mit Bestzeit aller DD2 Fahrer in der vierten Runde wieder deutlich auf sich aufmerksam!
Am Freitag stand dann für Maxi der letzte Vorlauf auf dem Programm, welcher über den endgültigen Finaleinzug entscheiden sollten. Unmittelbar danach wussten es seine Anhänger in Deutschland über das Live-Timing im Internet und spätestens aber über die News auf seiner Homepage hundertprozentig. Maxi dieser „Teufelskerl“ hat sich für das FINALE der Grand Finals 2011 qualifiziert. Dennoch waren alle Live Zuhörer aber auch Maxi einigen Pech- und Schrecksekunden ausgeliefert, denn obwohl er eigentlich locker in den „Top Ten“ unterwegs war, wurde er zwei Runden vor der Zielflagge von einem Konkurrenten im Kampf um den 8. Platz unglücklich touchiert. Danach verlor sein Reifen mehr und mehr Luft und er musste sogar mit einem völlig platten Reifen das Rennen zu Ende bringen. Wegen eines Plattfußes einfach aufgeben? - für ihn absolut kein Thema, die letzten Runden quälte er sich sogar mit dem Plattfuß durch die Strecke und erreichte am Ende zwar nur einen unglücklichen 18. Platz, aber immerhin hielt sich der Schaden noch in Grenzen, und er schaffte mit Gesamtposition 20 den Einzug ins Weltfinale. Für die Hälfte der DD2 Teilnehmer, also genauer gesagt 34 Fahrer aus den verschiedensten Ländern, war nach den Vorläufen das Weltfinale bereits frühzeitig beendet.
Am Finaltag keine Ehrfurcht vor der Konkurrenz
Am Finaltag, musste in zwei Rennen (Prefinale und Finale) also endgültig der Weltmeister in der DD2 Klasse gefunden werden. Schon im Warm Up unterstrich Maxi mit dem 7. Platz deutlich, dass er von der sogenannten „großen Konkurrenz“ absolut keine Ehrfurcht mehr hat und vom Speed her zu den schnellsten seiner Klasse gehört. Taktisch gesehen war klar, dass es am Start wie immer hart zur Sache gehen würde. Sein großes Ziel vor Augen, wählte er die sichere Variante und blieb trotz des Ehrgeizes sehr gelassen, wohlwissend das er ohnehin auf der schlechteren Außenseite starteten musste. Einkalkuliert war also der Verlust von letztendlich vier Startplätzen, dennoch kämpfte er sich als zweitschnellster Fahrer in den verbleibenden 13 Runden souverän und ohne allzu großes Risiko durchs Feld um wieder viele Plätze gutzumachen. Nach etlichen atemberaubenden Überholmanövern qualifizierte er sich auf direktem Weg mit einem dem 15. Platz für das alles und entscheidende Finale.
Gefühltes Waterloo im Finale
Mit riesigem Selbstvertrauen wollte er nun im großen Finale von Beginn an auf einer besseren Innenposition sein Ziel "Stockerl" in Angriff nehmen. Leider wurden alle seine Hoffnungen schon nach ein paar Sekunden zerstört, und sein Finalauftritt wurde zum gefühlten Waterloo. Schon in der ersten Kurve wurde er nämlich von seinem Hintermann als zusätzliche Bremse verwendet und sein Fahrzeug wurde dabei so stark beschädigt, dass er mit einer riesen Wut im Bauch noch neun Runden lang weiterkämpfte, aber dann doch völlig frustriert sein Kart in der Sandwüste von Al Ain abstellen musste. Als Zuschauer für die letzten Runden erinnerte er sich wieder an seinen ohnehin bekannten Lieblingsspruch: „Ohne Glück kann man eben kein Rennen gewinnen“ Zwar enttäuscht über das Endergebnis im Finale, jedoch nicht über die ausgezeichnete Arbeit seines Teams und der Gewissheit irgendwie doch als kleiner Privatfahrer doch mit der Weltspitze mithalten zu können, trat er mit seiner Familie dennoch zufrieden und schon wieder motiviert für eine neue erfolgreiche Rennsaison die Rückreise an. Den Weltmeistertitel der zwölften ROTAX MAX Grand Finals sicherte sich der Kanadier Pier-Luc Ouellette.



